Der Naturpark im Überblick
Was ist ein Naturpark?
Ein Naturpark ist ein großräumiges Schutz- und Entwicklungsgebiet, das nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 27 BNatSchG) anerkannt ist. Naturparke bewahren wertvolle Natur- und Kulturlandschaften und entwickeln sie gleichzeitig nachhaltig weiter. Anders als Nationalparks oder Naturschutzgebiete stehen Naturparke nicht für strikte Unterschutzstellung, sondern für das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Region.
Ein Naturpark ist damit kein Schutzgebiet mit Verbotsschwerpunkt, sondern ein kommunal getragener Gestaltungsraum, in dem Naturschutz, Erholung, Tourismus, Bildung und Regionalentwicklung miteinander verbunden werden.
Naturpark bedeutet: Schutz und Nutzung im Einklang
In einem Naturpark werden Landschaften geschützt, weil sie wertvoll sind – ökologisch, kulturell und landschaftlich. Gleichzeitig bleiben sie Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum für die Menschen vor Ort. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Siedlungen, Infrastruktur und Tourismus sind ausdrücklich Teil des Naturparks, sofern sie nachhaltig gestaltet werden.
Naturparke verfolgen dabei das Ziel, die biologische Vielfalt, die landschaftliche Eigenart und die kulturelle Identität einer Region zu erhalten und weiterzuentwickeln – gemeinsam mit Kommunen, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie regionalen Akteurinnen und Akteuren.
Aufgaben eines Naturparks
Die Arbeit eines Naturparks konzentriert sich auf vier gleichwertige Aufgabenbereiche:
den Schutz von Natur und Landschaft, die Förderung naturverträglicher Erholung und nachhaltigen Tourismus, die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie die Unterstützung einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Diese Aufgaben sind gesetzlich definiert und bilden die Grundlage für Förderungen durch Land, Bund und EU.
Der Naturpark als kommunales Instrument
Ein Naturpark ist keine übergeordnete Behörde, sondern ein freiwilliger Zusammenschluss von Städten und Gemeinden. Die Kommunen bleiben in ihrer Planungshoheit vollständig souverän. Der Naturpark wirkt unterstützend, koordinierend und sichtbar machend – etwa durch Projektentwicklung, Fördermittelakquise, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung oder interkommunale Zusammenarbeit.
Für Kommunen ist der Naturpark damit ein strategisches Instrument, um Themen wie Lebensqualität, Standortattraktivität, Tourismus, Ehrenamt, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung gemeinsam anzugehen.
Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland ist ein solcher kommunal getragener Naturpark. Er verbindet Städte und Gemeinden in Mittelhessen zu einem gemeinsamen Natur- und Entwicklungsraum und steht für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg – mit dem Ziel, Natur zu bewahren und gleichzeitig Zukunft für die Region zu gestalten.
Teilnehmende Kommunen im Überblick
Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland ist ein kommunal getragener Naturpark in Mittelhessen und erstreckt sich über Teile der beiden Landkreise Lahn-Dill-Kreis und Marburg-Biedenkopf. Er umfasst eine Fläche von rund 830 Quadratkilometern und verbindet 18 Städte und Gemeinden zu einem gemeinsamen Natur-, Lebens- und Entwicklungsraum.
Zum Naturpark gehören die Kommunen Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Bischoffen, Breidenbach, Dautphetal, Dietzhölztal, Dillenburg, Ehringshausen, Eschenburg, Gladenbach, Haiger, Herborn, Hohenahr, Mittenaar, Siegbach, Sinn und Steffenberg. In diesen Kommunen leben zusammen rund 170.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Der Naturpark Lahn-Dill-Bergland lebt vom Engagement seiner Mitgliedskommunen. Er ist Ausdruck interkommunaler Zusammenarbeit und ein Instrument, um Natur, Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit im ländlichen Raum langfristig zu sichern – getragen von den Städten und Gemeinden der Region und gefördert durch das Land Hessen und die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill.

